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Thrasops occidentalis – Erfahrungsbericht



Herkunft & Anfangsbestand


Am 27.10.2021 habe ich meine ersten Tiere gekauft – sehr frische Ghana-Importe.


Das Männchen bereitete von Anfang an Probleme. Bereits am ersten Tag setzte es einen Eiterklumpen ab, der voller Würmer war. Wenige Tage später verstarb es leider.


Ein weiteres Männchen habe ich am 14.01.2022 gekauft. Dieses war bereits einige Monate in privater Haltung in Deutschland.



Eingewöhnung & Haltung


Anfangs habe ich die Tiere getrennt gehalten – etwa ein Jahr lang –, um sie zu stabilisieren und das Fressverhalten besser kontrollieren zu können.


Beide Tiere machten grundsätzlich keine großen Probleme, nahmen jedoch anfangs keine Nager an, weder direkt noch von der Pinzette. Selbst wenn Nager akzeptiert wurden, blieben sie nicht immer drin.


Besonders beim Männchen dauerte es eine Weile, die passende Größe und Menge an Futter zu finden.


Nach etwa einem Jahr wurden beide Tiere zusammengesetzt.


Das Männchen war etwas kleiner als das Weibchen. Es hielt sich überwiegend am Boden auf und suchte gelegentlich den Lieblingsplatz des Weibchens auf, blieb dort jedoch nie lange. Das erleichterte die Fütterung.


Bis zum 21.04.2024 nahmen die Tiere keine Nager von der Pinzette an, fraßen jedoch zuverlässig, wenn passende Beutetiere im Terrarium abgelegt wurden.



Haltungsparameter


  • Beheizung: Heatpanel und zusätzliche 35-Watt-Lampe (SolarRaptor)
  • Beleuchtung: 24-Watt T5 UVA/UVB-Röhre
  • Bewässerung: 1–2 Mal pro Woche
  • Einrichtung: viele Äste und Verstecke in allen Höhenbereichen
  • Lieblingsversteck: unter dem Heatpanel bei 28–30 °C
  • Temperaturbereich: 21–32 °C (je nach Jahreszeit)




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Paarungs- und Zuchtverhalten


Die ersten Paarungsaktivitäten wurden am 04.11.2024 beobachtet.


Einige Tage zuvor hatte ich die Nachttemperatur auf 21 °C und die Tagestemperatur auf 27 °C gesenkt – vermutlich war dies der Auslöser. Luftfeuchtigkeit bzw. Regenzeit blieb unverändert.


Weitere Paarungen:


11.11.

23.11.


Alle drei Paarungen fanden jeweils gegen ca. 16:00 Uhr statt. Das Männchen war dabei extrem aktiv.


Abgesehen davon zeigten die Tiere keine weiteren Verhaltensänderungen: kein Futterstopp, keine sichtbare Umfangszunahme.



Am 21.02.2025 wurde erneut eine Paarung beobachtet – 90 Tage nach der ersten.


Nach dieser letzten Paarung wurde das Männchen deutlich ruhiger, fraß aber weiterhin.


Das Weibchen verweigerte dagegen das Futter und nahm sichtbar an Umfang zu.



PLS und Eiablage


PLS (Häutung vor Eiablage): 07.04.


12 Tage später zeigte das Weibchen sehr aktives Verhalten und suchte intensiv nach einem geeigneten Ablageplatz. Es wühlte das Bodensubstrat auf und vergrub sich fast vollständig.


Eiablage


Datum: 20.04.

59 Tage nach letzter Paarung

13 Tage nach PLS

Ort: hinter einem Holzstamm

Bedingungen: 23–24 °C, feuchter Boden

Zeitraum: frühe Morgenstunden



Gelege


Gesamtgewicht: 181 g

Anzahl Eier: 8

Befruchtung: 6 befruchtet, 1 unbefruchtet, 1 halb entwickeltes Wachsei

Gewicht pro Ei: 22–26 g

Maße: ca. 5,5 cm × 2,5 cm








Inkubation


Inkubator: Motorbrüter mit Tag-/Nachtregelung

Tag: 28 °C

Nacht: 24,5 °C

gemessene Maximaltemperatur: 30,3 °C

Durchschnitt: 27,8 °C

Substrat: Perlite mit Squamata-Gitter


Ab Tag 85 zeigte sich starkes „Schwitzen“ der Inkubationsbox.


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Schlupfverlauf


Am 91. Tag begann der Schlupf der ersten Jungtiere.


Die Tiere schnitten das Ei entlang der oberen Linie, zunächst mit kleinen Öffnungen, aus denen nur die Nase herausragte, gefolgt von größeren Schnitten. Nach dem Öffnen verblieben die Jungtiere meist noch etwa 24 Stunden im Ei.



Schlupfdaten


  • Tag 91: erstes Jungtier schneidet Ei, verlässt es an Tag 92, ca. 12 g, mit Dotterrest
  • Tag 92: kein weiterer Schlupf
  • Tag 93: ein Ei stark eingefallen, manuell geöffnet – Jungtier lebend, weniger pigmentiert
  • Tag 93 Abend: weiteres Jungtier schlüpft selbstständig, ca. 17 g, vollständig dotterresorbiert
  • Tag 94: zwei weitere Jungtiere schlüpfen
  • Tag 96: manuell geöffnetes Ei schlüpft nach drei Tagen, ca. 7,5 g
  • Tag 96: letztes Jungtier schlüpft, ca. 13,5 g



Verhalten der Jungtiere


Die Jungtiere wirken stabil, sind neugierig, aufmerksam und zeigen ein leicht aggressives Verhalten.


Sie erkunden aktiv ihre Umgebung.


Auffällig waren:


  • starker Volumenzuwachs der Eier
  • große Menge an Ei-Flüssigkeit
  • Schnittführung fast immer von Pol zu Pol


Die Jungtiere werden, ähnlich wie die adulten Tiere, einzeln in kleinen Terrarien gehalten.  Etwa 10-12 Tage nach dem Schlupf, direkt nach der ersten Häutung, nahmen sie Futter an.  Dabei handelte es sich um Echsen, lebende Frösche, und zwei der Tiere akzeptierten auch Hühnerherz.  Versuche mit Nagern, Fischen und Froschteilen blieben erfolglos. Ab dem achten Lebensmonat begannen die Tiere, Nagetiere zu akzeptieren.

Zusammenfassung


  • Temperatur: 21–32 °C (zur Paarung 21–27 °C)
  • Luftfeuchtigkeit: niedrig, 1–2 Sprühphasen pro Woche
  • Paarungen: 04.11 / 11.11 / 23.11 / 21.02
  • PLS: 07.04 (47 Tage nach letzter Paarung)
  • Eiablage: 20.04 (59 Tage nach letzter Paarung, 13 Tage nach PLS)
  • Inkubation: 91–96 Tage
  • Inkubator: 28/24,5 °C Tag/Nacht (real 24,5–30,3 °C)
  • Inkubationssetup: Perlite auf Squamata-Gitter



Persönliche Beobachtungen


Laut Internetquellen können die Eier bei 30 °C in ca. 80 Tagen schlüpfen. In verschiedenen Haltergruppen werden jedoch häufig Tag-/Nachtabsenkungen beschrieben.


Die Eiablage erfolgte bei vergleichsweise niedrigen 23–24 °C, obwohl auch wärmere Bereiche im Terrarium verfügbar waren.


Die tatsächliche Trächtigkeitsdauer und Paarungszuordnung erscheint aus Beobachtung heraus variabel und möglicherweise nicht eindeutig nur einer Paarung zuzuordnen.


Weitere Faktoren wie Temperaturführung und Technik könnten einen Einfluss haben.



Nachtrag


Das Weibchen befand sich während der zweiten Trächtigkeitsphase in guter Kondition, fraß regelmäßig und zeigte normales Verhalten.


Am 15.07. häutete es sich kurz vor der erwarteten Eiablage. Zwei Tage später wurde es tot im Terrarium aufgefunden.


Es trug sechs unvollständig entwickelte Eier sowie einen Abszess, der größer war als die normalen Eier.


In den letzten Tagen zeigte es erneut typisches Suchverhalten nach einem Ablageplatz.



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