Oxybelis fulgidus Pärchen
Oxybelis fulgidus – Zuchtbericht 2023
Haltung
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Haltung seit | 30.05.2021 |
| Tagestemperatur | 26–29 °C |
| Nachtttemperarur | 21–22 °C |
| Luftfeuchtigkeit | 65–90 % |
| Erste Eiablage | 29.05.2023 |
| Gelegegröße 1 | 2 Eier |
| Gelegegröße 2 | 8 Eier |
| Inkubation | 27–28 °C |
| Inkubation Luftfeuchtigkeit | 99 % |
| Schlupf | Tag 87–90 |
| Schlupfgewicht | 7–7,9 g |
| Schlupflänge | 35–36,5 cm |
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Einleitung
Ich halte Oxybelis fulgidus seit dem 30.05.2021.
Die Tiere sind in PVC-Terrarien von ProCages untergebracht. Das Klima wird tropisch gehalten, mit Temperaturen zwischen 21 und 29 °C sowie einer Luftfeuchtigkeit von 65–90 %. Die Beheizung erfolgt über Heatpanels. Für die Beleuchtung verwende ich UVA-/UVB-Lampen. Zusätzlich wird je nach Jahreszeit ein- bis zweimal täglich über eine Beregnungsanlage bewässert. Die gesamte Anlage wird über ein Biotherm-2-Thermostat gesteuert.
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Die ersten Tiere
Bereits wenige Tage nach dem Erwerb meines ersten Paares hatte ich den Eindruck, dass das Weibchen trächtig sein könnte. Leider verstarb das Tier kurze Zeit später ohne erkennbare Vorzeichen. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass sich tatsächlich mehrere halb entwickelte Eier im Körper befanden.
Das Männchen bereitete keinerlei Probleme und ließ sich schnell auf Nager umstellen.
Am 26.11.2021 erhielt ich die Möglichkeit, ein weiteres Weibchen zu erwerben. Dieses Tier war deutlich kleiner als mein erstes Weibchen und auch kleiner als das vorhandene Männchen.
Auch dieses Weibchen nahm Nager problemlos an. Beide Tiere fraßen zuverlässig, häuteten sich regelmäßig und entwickelten sich hervorragend. Besonders das Weibchen zeigte ein schnelles Wachstum und überholte das Männchen sowohl in der Länge als auch im Gewicht.
Mit zunehmendem Alter entwickelte das Weibchen einen deutlich breiteren Kopf sowie einen stärkeren Blauanteil an den Flanken.
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Paarungsaktivität
Die Tiere wurden weiterhin unter klimatischen Bedingungen gehalten, die ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet möglichst nahekommen. Hierzu gehörte auch die Simulation der Regenzeit.
Ab November 2022 konnte ich eine deutlich erhöhte Aktivität im Terrarium beobachten. Eine Paarung selbst konnte ich nicht beobachten, das Verhalten deutete jedoch stark auf Fortpflanzungsaktivitäten hin.
Ende Februar 2023 ließ diese Aktivität nach. Zu diesem Zeitpunkt entstand bei mir erstmals der Eindruck, dass das Weibchen trächtig sein könnte oder zumindest eine ausgeprägte Follikelbildung zeigte.
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Fastenzeit und Parasitenfund
Das Weibchen stellte die Nahrungsaufnahme für etwa 56 Tage vollständig ein. Zunächst vermutete ich einen Zusammenhang mit einem Parasitenbefall.
Eines Abends bemerkte ich zufällig einen großen Wurm, der aus dem Maul der Schlange ragte. Ich entfernte den noch lebenden Parasiten vorsichtig. Anschließend nahm das Weibchen noch dreimal Futter an, bevor erneut eine längere Fastenperiode begann.
Diese zweite Fastenzeit dauerte weitere 65 Tage und endete erst mit der Eiablage am 29.05.2023.
Während dieser Zeit nahm das Weibchen nur geringfügig an Umfang zu. Dadurch war ich zunächst unsicher, ob tatsächlich eine Trächtigkeit vorlag oder ob gesundheitliche Probleme die Ursache für die Veränderungen waren.
Beim vorsichtigen Abtasten konnte ich schließlich zwei bis drei Eier erkennen, die relativ tief im Körper lagen. Da diese bereits recht groß erschienen, ging ich zunehmend von einer Trächtigkeit aus.
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Verhalten vor der Eiablage
In den letzten beiden Wochen vor der Eiablage zeigte das Weibchen ein deutlich verändertes Verhalten. Sie suchte vermehrt den Bodenbereich auf und grub dort regelmäßig mit der Nasenspitze im Substrat.
Der bisher bevorzugte Ruheplatz im Geäst wurde nicht mehr genutzt. Möglicherweise waren die Temperaturen dort inzwischen zu hoch. Stattdessen hielt sie sich überwiegend in Bereichen mit Temperaturen zwischen 26 und 27 °C auf. Im oberen Bereich des Terrariums wurden tagsüber Temperaturen von 28 bis 29 °C erreicht. Nachts lagen die Temperaturen zwischen 21 und 22 °C.
Während das Männchen nach einer Fastenzeit von 46 Tagen wieder regelmäßig fraß, verweigerte das Weibchen weiterhin jede Nahrungsaufnahme.
Am 09.05.2023 häutete sich das Weibchen. Diese Häutung notierte ich als PLS (Post-Laying Shed).
Da nur wenige dokumentierte Berichte über die Nachzucht von Oxybelis fulgidus existieren, war für mich unklar, wie viel Zeit zwischen PLS und Eiablage vergehen würde. Bei den meisten meiner Nattern erfolgt die Eiablage etwa sechs Tage nach der Häutung.
Meine Oxybelis aeneus legten im Vorjahr zwölf Tage nach der Häutung drei Eier ab. Das Gelege wurde hoch im Terrarium direkt unter dem Heatpanel abgelegt.
Während meiner Recherche fand ich jedoch Hinweise darauf, dass Oxybelis fulgidus ihre Eier teilweise auch am Boden unter Laub oder anderen Verstecken ablegen.
Da das Weibchen bereits seit Wochen regelmäßig den Bodenbereich aufsuchte und dort sogar nachts ruhte, platzierte ich mehrere zusätzliche Versteckmöglichkeiten am Boden.
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Die Eiablage
Etwa 20 bis 21 Tage nach der PLS nahm das Weibchen einen umgedrehten Kunststofftopf als Ablageplatz an. Dieser war lediglich etwa 15 cm hoch und hatte einen Durchmesser von knapp 12 cm.
Bereits am Vortag hatte sie diesen Platz kurz inspiziert. In der Nacht vom 29.05. auf den 30.05.2023 erfolgte schließlich die Eiablage.
Das Weibchen lag eng zusammengerollt, ähnlich wie man es von Baumpythons kennt. Die beiden Eier befanden sich mittig zwischen den Körperschlingen.
Der Boden bestand aus lockerer Erde. Die Eier waren teilweise eingegraben und klebten nicht miteinander. Ich vermute, dass dies auf das weiche Substrat zurückzuführen war.
Das Weibchen verließ den Ablageplatz zunächst nicht, befand sich in sehr guter Kondition und wirkte weiterhin auffallend kräftig.
Nach Entnahme der Eier konnte ich keine weiteren Eier ertasten. Um sicherzugehen, ließ ich das Tier dennoch von Ralf Michling im Raum Wilhelmshaven mittels Bildgebung untersuchen.
Glücklicherweise bestätigte die Untersuchung, dass keine Eier zurückgehalten worden waren.
Zwei Eier erscheinen für diese Art zunächst wenig, da in der Literatur häufig Gelegegrößen von fünf bis zwölf Eiern genannt werden. Da es sich vermutlich um das erste Gelege dieses Weibchens handelte, könnte die geringe Gelegegröße jedoch durchaus normal gewesen sein.
Die Eier wogen etwa 12,4 bis 13 g und maßen ungefähr 44 mm Länge bei 20 mm Durchmesser.
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Inkubation
Aufgrund der Art der Eiablage entschied ich mich dafür, die Eier halb in Perlite einzubetten und bei 27 bis 28 °C zu inkubieren.
Normalerweise bevorzuge ich eine kontaktlose Inkubation ohne direkten Kontakt zum Substrat. Sowohl meine Oxybelis aeneus als auch das erste Gelege meiner Leptophis ahaetulla wurden frei hängend abgelegt und eigneten sich dafür hervorragend.
Die Luftfeuchtigkeit lag konstant bei etwa 99 %. Eine Belüftung erfolgte alle zwei Wochen.
Die Temperaturen wurden mittels Datenlogger überwacht.
- Minimum: 26,6 °C
- Maximum: 28,8 °C
- Durchschnitt: 27,8 °C
Am 80. Inkubationstag begannen die Eier leicht einzufallen. Gleichzeitig zeigten sich feuchte Stellen an den Polen der Eier, vermutlich verursacht durch erste innere Schnitte der Jungtiere.
Da sich diese Stellen verfärbten und teilweise schimmelartig wirkten, kontrollierte ich die Eier am 83. Tag besonders sorgfältig. Anschließend sorgte ich dafür, dass beide Enden der Eier frei lagen.
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Schlupf
Jungtier 1
Am 87. Inkubationstag, um 22:36 Uhr, erschien der erste Schlitz im Ei.
Etwa zwölf Stunden später verließ das Jungtier vollständig das Ei.
Daten:
- Gewicht: 7,9 g
- Länge: 36,5 cm
Das Tier zeigte bereits unmittelbar nach dem Schlupf ein ausgeprägtes Temperament und war ausgesprochen bissig.
Farblich wirkte es deutlich grauer und weniger blau als die Elterntiere.
Jungtier 2
Das zweite Jungtier öffnete das Ei am 26.08.2023, dem 89. Inkubationstag, gegen 10:00 Uhr.
Alle Schnitte befanden sich ebenfalls am Ende des Eis.
Das Jungtier verblieb weitere 22 Stunden im Ei und zeigte lediglich die Nasenspitze.
Am 27.08.2023 um 07:40 Uhr verließ es das Ei vollständig.
Daten:
- Gewicht: 7 g
- Länge: ca. 35 cm
Ein separater Bericht zur Aufzucht folgt.
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Zweites Gelege 2023
Während eines Familienurlaubs in Griechenland befand sich das Weibchen erneut in der Häutung.
Anhand der Aufzeichnungen meiner Überwachungskamera datiere ich die Häutung auf den 01.08.2023.
Nach unserer Rückkehr am 07.08.2023 kontrollierte ich sämtliche Terrarien und technischen Anlagen. Dabei fielen mir zunächst keine Besonderheiten auf.
Am 11.08. bemerkte ich, dass der ursprünglich angenommene Ablageplatz verschoben und umgekippt war. Da das Weibchen bereits etwa 75 Tage zuvor Eier gelegt hatte und ich keine Berichte über mehrere Gelege innerhalb einer Saison gefunden hatte, schenkte ich dem zunächst keine größere Beachtung.
Am 13.08. verweigerte das Weibchen überraschend das Futter. Gleichzeitig zeigte sie erneut eine erhöhte Unruhe, ähnlich wie vor der ersten Eiablage.
Daraufhin kontrollierte ich ein Versteck im oberen Bereich des Terrariums und entdeckte dort acht frisch gelegte Eier, die vermutlich höchstens zwei Tage alt waren.
Die Eier wurden sofort in den Inkubator überführt.
Damit konnte ich erstmals bei meinen Tieren beobachten, dass Oxybelis fulgidus innerhalb einer Saison mehrere Gelege produzieren kann.
Das zweite Gelege erfolgte etwa 75 Tage nach dem ersten. Die Eier waren insgesamt etwas kleiner als die des ersten Geleges. Ein Ei war deutlich kleiner als die übrigen, entsprach jedoch nicht dem typischen Erscheinungsbild eines Wachseis.
Bei der anschließenden Kontrolle weiterer Terrarien entdeckte ich außerdem ein unerwartetes Gelege von Leptophis ahaetulla.
Auch bei dieser Art scheinen mehrere Gelege pro Saison möglich zu sein.
Das Weibchen hatte vier Eier unter einem Blumentopf am Boden abgelegt. Eines davon war bereits weitgehend von Isopoden zerstört worden. Die drei verbliebenen Eier waren unterschiedlich stark eingefallen, wurden jedoch ebenfalls in Perlite überführt und inkubiert.
Das kleine Ei aus dem zweiten Oxybelis-Gelege begann später zu schimmeln und wurde vorsorglich entfernt.
Weitere Bilder von Oxybelis fulgidus
